Smarter studieren mit studiis

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Zwei Studierende, eine gemeinsame Mission: Mit studiis wollen Philip und Fynn den Studienalltag neu denken. Was als eigenes Organisationsproblem begann, ist heute eine Plattform, die Struktur, Motivation und mentale Gesundheit intelligent miteinander verbindet. Statt Tool-Chaos und Überforderung setzen die beiden auf eine zentrale, intuitive Lösung, die Studierende beim Planen, Lernen - und Durchatmen – unterstützt. Im Interview sprechen die beiden darüber, wie aus den Problemen des Hochschulalltags ein Start-up wurde, welche Herausforderungen sie auf dem Weg gemeistert haben und warum mentale Gesundheit für sie ein fester Bestandteil moderner Lernorganisation ist.
Stellt euch als Gründungsteam doch einmal kurz vor. Wer steckt hinter dem Start-up?
Wir sind Philip & Fynn und studieren beide an der Ruhr-Universität Bochum und der TH-Köln. Uns verbindet nicht nur das Studium, sondern auch die Leidenschaft fürs Entwickeln und dafür, Dinge zu bauen, die wirklich einen Mehrwert bringen. Während Philip sich vor allem um Produktideen, Marketing und Organisation kümmert, liegt mein Fokus eher auf der technischen Umsetzung. Zusammen ergänzen wir uns sehr gut und lernen jeden Tag voneinander.
Beschreibt eure Gründungsidee:
Mit unserer Plattform möchten wir Studierenden helfen, mit zwei der größten Herausforderungen im Studium besser umzugehen: Organisation und Motivation. Unsere Idee war es, alle wichtigen Werkzeuge an einem Ort zu bündeln, ohne dass die Plattform überladen wirkt. Konkret bedeutet das: Studierende können Aufgaben, Prüfungen und Deadlines zentral verwalten, Lernzeiten tracken und ihren Fortschritt visuell nachvollziehen. Mit Funktionen wie einem integrierten Fokus-Timer, personalisierten To-do-Empfehlungen und Lernstatistiken unterstützen wir nicht nur die Organisation, sondern auch die Motivation im Alltag.
Außerdem ist uns aufgefallen, dass mentale Gesundheit im Bildungssystem oft kaum berücksichtigt wird, obwohl sie einen großen Einfluss auf den Lernerfolg hat. Deshalb legen wir Wert auf eine Umgebung, die nicht nur beim Lernen und Organisieren unterstützt, sondern auch das Wohlbefinden der Studierenden mitdenkt. Zusätzlich haben wir einen „State of Mind“-Tracker integriert, mit dem Studierende regelmäßig reflektieren können, wie es ihnen geht. Auf dieser Basis geben wir Impulse, motivierende Inhalte oder passen Vorschläge an das aktuelle Energielevel an. Unser Ziel ist es, nicht nur Produktivität zu steigern, sondern Überforderung aktiv vorzubeugen. Perspektivisch möchten wir diesen Bereich weiter ausbauen und weitere Funktionen rund um Mental Wellness in den Studienalltag integrieren.
Kurz gesagt möchten wir Studierenden eine einfache Selbstorganisation ermöglichen, sie beim Lernen unterstützen und mentale Gesundheit dabei nicht vernachlässigen.
Wie kamt ihr auf den Gedanken, ein Start-up zu gründen?
Die Idee ist eigentlich aus unserem eigenen Alltag entstanden. Wir haben gemerkt, dass wir für Uni, Lernen und Organisation unglaublich viele verschiedene Tools nutzen und das oft unübersichtlich und nervig war. Außerdem hat uns schon länger gereizt, nicht nur Projekte fürs Studium zu bauen, sondern etwas Eigenes, das echte Nutzer*innen hat. So ist Schritt für Schritt die Idee zu studiis gewachsen.
Wie ließ sich die Gründung mit dem Studium/dem Beruf vereinbaren?
Die Gründung neben unserem Studium war nicht immer einfach und hat auch bedeutet, dass der Fortschritt nicht immer linear war. Trotzdem haben wir nie die Motivation verloren und uns auch in Klausurphasen gegenseitig motiviert, weiterzubauen. Gleichzeitig haben wir extrem viel zu unserem Wissen aus der Uni dazugelernt und darüber hinaus viele nützliche Skills durch Workshops und Vorträge mitgenommen.
Die WORLDFACTORY bedeutet für uns…
… eine große Unterstützung auf unserem Weg. Besonders wertvoll fanden wir den Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern sowie die Workshops und das Mentoring. Man merkt, dass man mit seinen Herausforderungen nicht alleine ist und bekommt immer wieder neue Impulse und Motivation.
Was sind die größten Herausforderungen, auf die man stoßen kann und wie geht man damit um?
Fokus und Unsicherheit waren für uns bisher die größten Herausforderungen. Wir sind immer voller Ideen und Pläne für neue Funktionen. Gerade am Anfang war es eine der größten Aufgaben, einen klaren Fokus zu finden und nicht direkt alles einzubauen, was uns in den Sinn gekommen ist. Dazu kam die Unsicherheit, etwas zu bauen, das aus einem eigenen Problem heraus entstanden ist, ohne direkt Feedback von außen zu bekommen - Feedback, das uns vielleicht schon früh sehr geholfen hätte. Geholfen haben uns dann erstes Feedback von fremden Testern sowie das Erstellen von Roadmaps und internen Plänen. Dadurch konnten wir unsere Idee klarer greifen und besser einordnen. Generell sind wir der Meinung, dass es keine schlechte Idee ist, erstmal einfach etwas zu bauen. Aber sobald ein Produkt wächst, werden Pläne essentiell - sie nehmen Unsicherheit raus und helfen, den Fokus zu schärfen.
Was ist das Besondere an eurem Start-up?
Wir entwickeln studiis sehr nah an den Bedürfnissen der Studierenden, weil wir selbst zur Zielgruppe gehören. Viele Funktionen entstehen direkt aus unseren eigenen Problemen oder aus Feedback unserer Nutzenden. Wir kombinieren außerdem Organisation, Lernen und Motivation in einer Plattform, was es so in dieser Form kaum gibt.
Wo steht ihr aktuell und was kommt als nächstes?
Wir sind aktuell stark damit beschäftigt, Nutzendenfeedback auszuwerten und in die Weiterentwicklung von studiis einfließen zu lassen. Zuletzt haben wir mit dem Social Update einen weiteren Schritt gemacht, um die Plattform lebendiger und vernetzter zu gestalten. Als Nächstes stehen vor allem eine App für mobile Geräte und ein größeres Mental-Wellness-Update auf unserer Roadmap. Uns ist wichtig, studiis nicht nur funktional weiterzuentwickeln, sondern Studierende auch mental besser im Alltag zu unterstützen - und darüber hinaus gibt es noch einige weitere Ideen, an denen wir gerade arbeiten.
Euer Tipp an alle Gründungsinteressierten:
Einfach anfangen, ein Problem zu lösen, was man selbst hat und nicht zu lange warten, bis alles perfekt ist. Viele Dinge klären sich erst, wenn man sie ausprobiert. Außerdem sollte man offen für Feedback sein und keine Angst vor Fehlern haben - die gehören definitiv dazu. Und ganz wichtig: Spaß an der Sache behalten.
